In der Chronik unserer Gemeinde geblättert

1275 wird das Waldhufendorf Struppen (Strupia - wendischer Ursprung) erstmals durch die Nennung eines hier ansässigen Adelsgeschlechtes erwähnt. 1379 erscheint es der böhmischen Herrschaft Königstein zugehörig, mit der es 1406 an die Markgrafschaft Meißen fiel.

Seit dem 16.Jahrhundert wurde es als Amtsdorf des Amtes Pirna verwaltet. Eine Ausnahme bildete der Rittersitz, der sich zu einem Rittergut unter adliger Grundherrschaft und durch Ansiedlung einiger Häuser zu einem selbständigen kleinen Dorf innerhalb der Flur Struppen mit dem Namen Kleinstruppen entwickelte. Schließlich entstand ein Ortsteil Neustruppen aus einem schon im 15.Jahrhundert nachweisbaren Vorwerk "auf dem Berge" , das sich seit 1657 als selbständiges Rittergut nachweisen läßt. Alle 3 Ortsteile bildeten eine Kirchgemeinde, die 1354 unter dem Erzbistum Prag stand.

In der Struppener Kirche befindet sich die älteste Orgel der Sächsischen Schweiz. Sie wurde 1668 erbaut und 1736 nochmals erweitert.
Die Struppener Schule läßt sich seit 1548 nachweisen. Mit dem Erblehnrichtergut war ein Kretscham (slaw. Wirtshaus/Dorfschenke) verbunden, es besaß eine zinsfreie Hufe (alte dt. Flächeneinheit für Besitzanteile an der Dorfflur, 7-15 ha) und das Recht, Schneider und Schuster anzusetzen.

Die Gemeinde umfaßte 1548 45 Bauern mit 24 Hufen im eigentlichen Dorf, das als Amts-Struppen bezeichnet wurde, während in Kleinstruppen 4 Ansässige verzeichnet waren. Im Bauernkriegsjahr 1525 wurden in der hiesigen Schänke die Artikel der aufständischen Bauern verlesen, ohne daß es jedoch zu Aktionen gekommen wäre. Zu dieser Zeit lebten in Struppen etwa 320 Einwohner, 1834 wurden 821 gezählt.
Um 1800 lebten die Einwohner auch vom Steinbruch und der Schiffahrt.

1756 befand sich im Rittergut Kleinstruppen das Hauptquartier der Sächsischen Armee, die den Preußenkönig Friedrich II. auf seinem Marsch nach Böhmen aufhalten sollte. So bezog auf den Höhen von Struppen das sächsische Heer im Siebenjährigen Krieg mit 17000 Mann am 30. August 1756 eine Stellung, wurde aber bei dem Versuch, sich der preußischen Einschließung durch Abmarsch nach Böhmen zu entziehen am 14.Oktober am Lilienstein in preußische Gefangenschaft geführt. Am 16.10.1756 wurde dann in Struppen der Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet.

In Struppen wurde 1758 der spätere Magister Wilhelm Leberecht Götzinger geboren, der als der Erschließer der Sächsischen Schweiz gilt. Er schrieb die Bücher: "Geschichte und Beschreibung des Chursächsischen Amts Hohnstein mit Lohmen, besonders der unter dieses Amt gehörigen Stadt Sebnitz" (1786) und "Schandau und seine Umgebung oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz" (1804).

1813 war Struppen und das nahe Krietzschwitz Schauplatz eines strategisch wichtigen Gefechts der vereinigten Truppen der Russen unter Führung des Herzogs Eugen von Würtemberg gegen die unter Befehl des Generals Vandamme stehenden französischen Truppen.
1822 wurde im Rittergut Kleinstruppen die aus Annaberg bei Torgau hierher verlegte Soldatenknaben-Erziehungsanstalt eingerichtet. 1895 entstand daraus eine Kadettenschule. Sie bestand bis 1918. 1919 wuchsen die früher selbständigen Orte Kleinstruppen, Amts-Struppen und Neustruppen zur Gemeinde Struppen zusammen.

Zahlen / Fakten:
1275 Erste Erwähnung
1354 Kirchgemeinde unter Erzbistum Prag
1379 Zugehörigkeit zur Böhmischen Herrschaft Königstein
1406 Struppen fällt an Markgrafschaft Meißen
1525 Aufständische Bauern verlesen Artikel zum Bauernkrieg; 320 Einwohner
1548 Schule nachweisbar
1657 Rittergut nachweisbar
1668 Orgel erbaut
1756 am 30. August bezieht Sächsisches Heer Stellung im Rittergut
1756 am 14.Oktober gerät Sächsisches Heer am Lilienstein in preußische Gefangenschaft
1756 am 16.Oktober wird in Struppen Waffenstillstandsvertrag unterschrieben
1758 W. L. Götzinger geboren
1813 Gefecht in Struppen zwischen russischen und französischen Truppen
1822 Einrichtung einer Soldatenknaben-Erziehungsanstalt
1834 821 Einwohner
1895 aus Erziehungsanstalt wird Kadettenschule
1918 Schließung der Kadettenschule

Text: mit freundlicher Unterstützung von Sascha Fritzsche, Struppen